Ein Buch, das in der aktuellen Situation wohl vielen aus der Seele spricht, wenn wir auf die langen Monate Umarmungs-Einschränkung bei Familie und Freunden blicken … “Umarmst du mich mal?” heißt es bei Eoin McLaughlin und Polly Dunbar. Natürlich haben Igel und Schildkröte weniger mit Corona- Vorschriften zu kämpfen als mit den ganz eigenen körperlichen Gegebenheiten, auf Grund derer sie keiner umarmen mag, unser Bedürfnis ist dennoch eines: eine dicke Umarmung. 

Wir erleben, wie der arme Igel bei Fuchs, Eichhörnchen und Elster keine körperliche Nähe findet und auch die Schildkröte von Dachs, Hase und Frosch verschmäht wird. 
Der Clou an dem Buch ist, dass von beiden Seiten jeweils eine der Geschichten startet (also einmal der Igel und einmal die Schildkröte) und sich diese in der Mitte zum gemeinsamen Happy End treffen. So was von süß gezeichnet und eine wirklich goldige Geschichte, bei der man selbst am liebsten die beiden Ungedrückten umarmen möchte. Zum Glück finden sie dann einander und können endlich umarmen und umarmt werden. 



Während meine Tochter mit nicht ganz zwei Jahren natürlich nur die Hauptbotschaften sieht und die Tiere erkennt, lesen wir Erwachsene da durchaus noch mehr. Es geht darum, anders zu sein, abgelehnt zu werden, ja wenn man es so will geht es sogar in Richtung Mobbing. Denn die Gründe, welche die Tiere anführen, die sie an der Umarmung hindern, sind natürlich an den Haaren herbeigezogen. Der Fuchs muss dringend eine Tonne umtreten, das Eichhörnchen seine drei Nüsse zählen und der Hase ein Loch graben. Kennen wir ja alle, wenn man mit fadenscheinigen Begründungen abgespeist wird. Dafür ist die Botschaft, wie uns von der Eule überbracht wird genau das, was wir uns immer vor Augen führen müssen: Auf jeden Topf passt ein Deckel und wer uns nicht umarmen mag, der hat unsere Umarmung einfach nicht verdient 😉
Ein wunderschönes kleines Buch, das Kindern und Eltern gleichermaßen Freude bereitet.

 

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