Ich gebe zu, Fabeln sind nicht jedermanns Sache. Ist aber auch ein bisschen gewöhnungsbedürftig, wenn die Moral von der Geschichte eben die ist, dass man gefressen wird, wenn man nicht hört 😀 Happy End sieht anders aus. Bei  “Die schönsten Fabeln von La Fontaine” (illustriert von Marisa Vestita im WhiteStarKids-Verlag über den DK Verlag vertrieben) bin ich irritiert – was ist denn nun die Moral? Da wird der alte Löwe von den ehemals unterlegenen Tieren gefoltert und der Fuchs verliert seinen Schwanz in einer Falle – was man daraus lernen soll, bleibt offen. 

 

Der Wolf frisst ganz grundlos und ungeniert das Lamm, ein Mann tötet eine Henne, die goldene Eier legt, weil er auf einen Schatz im inneren des Tieres hofft und ein kranker Löwe bestellt sich unter der Vorspieglung falscher Tatsachen sein “Essen” direkt nach Hause. Nun ja, mit der Moral ist es da leider bei manchen Geschichten nicht wirklich klar erkennbar – während ich Fabeln so kenne, dass man immer eine Lehre daraus ziehen kann, fehlt mir das hier oftmals. Bei anderen Geschichten werden die Gier, das Schmücken mit fremden Federn oder die Selbstüberschätzung präsentiert, aber auch hier für Kinder meiner Meinung nach zu umständlich und definitiv nicht ansprechend.

Trotz schöner Zeichnungen kein Buch, das mir gefällt und das ich einem Kind schenken würde. Geht definitiv eher in Richtung der Kunstmärchen für Erwachsene. Insgesamt haben wir 12 Geschichten, von denen mir persönlich lediglich eine richtig gut gefällt und das ist die, mit der Taube und der Ameise, weil sie die einzige mit einer positiven Botschaft ist – hilf anderen und dir wird geholfen. Bei den übrigen Handlungen ist der Grundtenor nämlich leider immer ein negativer. 

Schade, ich hatte mir von dem Buch definitiv mehr erhofft und muss gestehen, dass ich die Botschaften meinem Kind gar nicht mit auf den Weg geben möchte. Schlicht und einfach nicht kindgerecht. 

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