Wer auf meinem Blog gelandet ist, wird für die “K-Frage” für sich aller Wahrscheinlichkeit nach mit “ja” beantwortet haben, denn in erster Linie geht es hier ja um Bücher für Kinder, für Eltern und für beide zusammen. Trotzdem finde ich das Buch sehr interessant und habe mich an vielen Stellen rückblickend wieder erkannt. Was es bedeutet, ein Kind zu wollen oder eben nicht, das zeigt Johanna Dürrholz in “Die K-Frage: Was es heute bedeutet, (k)ein Kind zu wollen” (Dudenverlag) aus unterschiedlichsten Perspektiven.

Für mich war das mit dem “ein Kind” auch immer der Gedanke von “irgendwann”. Bei mir war es eher der Mann, der den Wunsch mitbrachte – und das ist auch sehr gut so. Hätte ich keinen Mann geheiratet, der so unbedingt und zeitnah Nachwuchs wollte, würde ich mich womöglich immer noch mit der “K-Frage” befassen oder sie eben aufschieben.

Die Autorin ist mit 31 etwas jünger als ich, aber der Zeitpunkt meiner ersten ernsthaften Gedanken zu diesem Thema kam auch etwa in dem Alter. Bis dann alles gepasst hat, war ich 34. Ich habe in meinem Bekanntenkreis aber auch erlebt, wie es ist, wenn es eben über Jahre nicht klappt und schlussendlich nur mit Unterstützung klappt. Genau das sind eben die unterschiedlichen Facetten über die auch das Buch berichtet. Paare mit unbedingtem Kinderwunsch, Mütter  mit bedingungslosem Kinderwunsch, die bereit sind wirklich alles dafür zu tun, Menschen, die sich bewusst dafür entscheiden, kein Kind zu wollen. 
Die Beweggründe sind mannigfaltig, so verschieden wie wir Menschen eben auch sind. Auch der Punkt, was man sich vom Elternsein “erhofft” wird natürlich thematisiert. Es geht um Erfüllung, um Verlust. um Hoffnungen – erfüllte und leider unerfüllt, um Träume und darum, wie man damit lebt, wenn man sich diesen Wunsch vom eigenen Kind nicht erfüllen kann. 
Für alle, die selbst am Scheideweg stehen sicherlich eine sehr offene und ehrliche Analyse, die auch Schattenseiten aufzeigt und zeigt, dass es eben nicht immer gut ausgeht. Für alle, die sich schon entschieden haben ist es eine spannende Gesellschaftsstudie über Muttersein, Mutterrolle, Rollenbilder und die große Frage, wo Mütter in unserer Gesellschaft stehen. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.