Meine Tochter ist jetzt rund 27 Monate und so glücklich wir als Familie sind, so unzufrieden sind wir oftmals als Paar. Nicht, weil wir uns nicht lieben würden oder nicht glücklich miteinander wären, aber das, was uns vor dem Kind als Paar ausgemacht hat, das bleibt leider oftmals auf der Strecke. Dass das aber nicht nur mir so geht, zeigt zu meiner Beruhigung “Eltern sein, Paar bleiben: Besserer Austausch, mehr Selbstfürsorge, weniger Stress” von Verena Carl ( DK Verlag).

 

Ich habe das meinem Mann zwar schon ziemlich oft gesagt, dass das alles ganz normal ist, aber es hier schwarz auf weiß zu lesen und ihm zeigen zu können, erleichtert es doch merklich, die Situation besser anzunehmen. Ganz klar, als Eltern machst du dir Gedanken und streitest über Themen, die es ohne Kind schlicht nicht gegeben hätte. Du bist generell gestresster, leichter reizbar, dünnhäutiger und empfindlicher. Warum das so ist, ist eines der Themen, das hier behandelt wird. Generell ist das Buch eigentlich für Paare in der Schwangerschaft oder direkt zu Beginn des Familienlebens gedacht, weil viele Tipps auf den Einstieg in das Leben zu dritt abzielen. Da werden unter anderem Listen aufgestellt, was für oder wider eine Hochzeit im schwangeren Zustand spricht, es geht um Aufgabenteilung, Rollenbilder, eigene Wünsche und Kindheitserlebnisse, Stärken, Schwächen und das für sich individuell zu besetzende Bild der Familie. 

Über den punkt sind wir ja schon eine Weile hinaus, weswegen das für uns jetzt nicht mehr so interessant ist, dafür aber der Teil mit der Kommunikation. Ja, das ist bi uns definitiv ein Knackpunkt – gerade aktuell mit Corona, wo man sich dann noch deutlich mehr auf den Füßen steht als normalerweise. Gerade bei dieser räumlichen Nähe ist es dann umso wichtiger, eine harmonische Kommunikationskultur zu erhalten. Wie formuliert man Wünsche, worauf sollte man achten, um es nicht wie einen Vorwurf klingen zu lassen und wie werden Kompromisse geschlossen, die beiden gerecht werden. Auch für das Liebesleben, den Alltag oder die Verbindung von Job und Familie gibt es viele Tipps und Anregungen, Listen mit Fragen, die man sich als Paar stellen sollte, um Bedürfnisse zu erkennen und persönliche Schwerpunkte herauszuarbeiten. Finde ich definitiv hilfreich und informativ. Ob Fragen rund ums Geld, individuelle Auszeiten oder Unterstützung von außen – als Familie trägt man eine ganz andere Verantwortung und muss ganz anders agieren denn als Paar. Damit das gelingt, sind solche Bücher definitiv eine gute Sache. Und ich schau jetzt mal, wie ich es formuliere, dass Mann die Spülmaschine auch ausräumt und nicht nur anschaltet ohne, dass es nach Vorwurf klingt 😉

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