vererbte Bücherliebe

Als Eltern mit einem Kind im Alter von 2 bis 4 kommt man an den beiden definitiv nicht vorbei: Britta Sabbag und Igor Lange. Ob Waschbär. Klara Katastrofee oder Hummel – wenn sie beteiligt sind, ist das eine Gelinggarantie. So auch bei “Das kleine Wildschwein Willanderssein”. Empfohlen ab 3 Jahren passt es bei uns perfekt.

 

Mich erinnern Stil und Handlung dann doch extrem an den Waschbär, was mich etwas enttäuscht. Natürlich kommt auch ein kleiner Waschbär vor … Da haben wir eben das mit der Gelinggarantie. Never change a runing system, ne. Aber es klappt halt auch einfach, denn meine Tochter hört gebannt zu und findet die Bilder mit den vielen Details super. Sie würde es definitiv kaufen 😀 

 

Eine moderne Wildschweinfamilie erlebt, was so viele Eltern vermutlich bei ihrem Nachwuchs schon einmal (oder häufiger) erlebt haben: Das kleine Schwein will Abwechslung, bei allem, was bisher Tag für Tag gleich geregelt war. Es bestimmt, was es will, wann es will. Der Wiedererkennungswert ist hoch, die meisten Kinder sehen sich bestärkt in dem, einen eigenen Willen zu haben und gegen Konventionen anzugehen. Die Eltern spielen mit, alle haben Spaß dabei und jeder fragt sich, warum man nicht öfter ganz was anderes macht.

 

Das mündet in dem Wunsch anders zu sein, sich anders, entgegen dem Rollenklischee, verhalten zu dürfen. Im Grunde ist das Buch eine kindgerechte Umsetzung von Diversität, das Motto des Buches, extra außen vermerkt: Du bist richtig, so wie du bist! Das Ganze ist vielleicht einen Tick zu dick aufgetragen, doch es entspricht dem Ruf der Zeit, ist die aktuellste Version des Klassikers „Das kleine Ich bin Ich“, bei dem das Individuelle als Recht erkannt wird, bereits beim Kind. Die Zeichnungen von Igor Lange sind ein Vergnügen für Groß und Klein. Witzig, detailreich, bunt und ansprechend. Lustig, diese Wildschweinfamilie mit ihrem Chic. Gerne sucht jeder die versteckte, kleine Echse auf jeder Seite, Eicheln sind als Lichterkette ein Hingucker. So hübsche Details, nicht so vollgeladen wie bei Findus, eher moderat.

Ob Eltern an der induzierten Moral besonders arbeiten möchten oder es nur als lustiges Buch mit prima Bildern handhaben, das bleibt jedem überlassen. Spaß ist hier garantiert, so und auch beim selbst-Ausprobieren. Also auch von der Oma eine Empfehlung 😉