vererbte Bücherliebe

Es ist zwar noch ein Weilchen hin bis Weihnachten, aber nachdem wir die erste Kältephase ja schon hinter uns haben und ich dieses Buch tatsächlich seit einem Jahr fast hier stehen hatte, habe ich beschlossen, dass es höchste Zeit ist für “Quirinius, der Engel und das Christkind: Eine herzerwärmende Weihnachtsgeschichte für Kinder – das Bilderbuch zur Einstimmung auf Weihnachten” von Anna Maria Praßler (Südpol Verlag). 
Empfohlen ist das Buch ab drei und früher klappte bei uns auch gar nicht – deswegen stand es leider (denn es ist wirklich wunderschön) musste es bei uns warten.

 

Letztes Jahr habe ich es zweimal probiert, aber da war bei meiner Tochter – damals 2 3/4 – einfach noch nicht die Geduld für so viel Text mit verhältnismäßig ruhigen Bildern. Passend zu Weihnachten ist die Umsetzung nämlich eine sehr sanfte. Farbenprächtig, aber eben für Wimmelbuchfans (wie wir es damals in erster Linie waren) einfach etwas zu ruhig. Dafür klappt es jetzt umso besser.

Die Weihnachtsgeschichte wird hier aus der Sicht eines kleinen Jungen erzählt: Quirinius muss seine Heimat Rom verlassen, weil sein Vater für Kaiser Augustus arbeitet und zur Zählung der Bewohner nach Bethlehem umzieht. Auf seinen Streifzügen in der neuen Umgebung stößt Quirinius auf eine Höhle, in der nur ein gutmütiger Ochse haust und die er sich als Spielhöhle herrichtet. Dort besucht ihn eines Tages der Engel Raphael, der von der Geburt des neuen Königs berichtet und davon, dass er eine Unterkunft für ihn sucht. Wenn ihm das gelänge, bekäme er endlich richtig große Engelsflügel. 

Quirinius Vater weiß nichts von dem neuen König und hält es für ein Märchen, aber Quirinius ist überzeugt. Auf seinem Weg durch die Stadt, wo er ein Geschenk für den neuen König kaufen möchte, verläuft er sich und wird von Raphael “gerettet”, der ihm den Weg zurück zeigt. Raphael zeigt ihm auch Maria und Joseph und erklärt ihm, dass dort der neue König kommt. 

Gemeinsam führen sie das Paar zu Quirinius’ Höhle, in der in dieser Nacht das Christkind zur Welt kommt.

Ich finde das Buch super, weil es einerseits einen neuen Blickwinkel eröffnet, andererseits die in sehr reduzierter Form bekannte Weihnachtsgeschichte um ein paar Details erweitert. Manche sind natürlich frei hinzugefügt, aber die Geschichte ist absolut stimmig und kommt hier super an. 
Dass die Bilder für meine Tochter nicht den Schwerpunkt bilden, ist nicht schlimm, weil es hier mehrere Handlungsstränge gibt, denen sie folgen muss – ihre Konzentration wird also anderweitig gebraucht 😀 dafür genieße ich die wirklich wunderbar gezeichneten Werke beim Vorlesen umso mehr. 

Ein wertvolles und sehr schönes Buch, das uns zwar letztes Jahr noch nicht begleitet hat, dafür aber sicherlich jetzt noch für ein paar Jahre bleiben wird. 

 

 

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